Für die meisten Autoflowers ist 18/6 ein sinnvoller Ausgangspunkt: 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit bieten viel Beleuchtungszeit bei überschaubarem Stromverbrauch. Mit 20/4 erhält die Pflanze bei gleicher Lichtintensität täglich etwas mehr Licht; 24/0 ist ebenfalls möglich. Mehr Lichtstunden bedeuten aber nicht automatisch mehr Ertrag.
Welcher Autoflower Lichtzyklus zu deinem Indoor-Setup passt, hängt vor allem von der Lichtintensität am Blätterdach, dem Raumklima und deinen Stromkosten ab. Hier erfährst du, wie sich 18/6, 20/4, 24/0 und 12/12 unterscheiden – und warum die tägliche Lichtmenge oft aussagekräftiger ist als die Stundenzahl allein.
Warum Autoflowers keinen 12/12-Wechsel zur Blüte brauchen
Bei Autoflowering Cannabis setzt die Blüte weitgehend unabhängig von der Tageslänge ein. Photoperiodische Cannabispflanzen reagieren dagegen auf die Dauer der ununterbrochenen Dunkelphase. Indoor wird ihre Blüte üblicherweise durch einen Wechsel auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit ausgelöst. Mehr zu diesem Unterschied findest du in unserem Guide über photoperiodisches Cannabis.
Dass photoperiodisch unabhängiges Blühen genetische Ursachen hat, zeigt unter anderem eine Studie zur Autoflower1-Genregion bei Cannabis. Für die Praxis heißt das: Bei echten Autoflower-Sorten musst du die Beleuchtungsdauer nicht zur Blüteeinleitung reduzieren. Du kannst einen geeigneten Lichtplan über den gesamten Zyklus beibehalten und die Lichtintensität an die Entwicklung der Pflanzen anpassen.
Autoflower Lichtzyklen: 18/6, 20/4, 24/0 und 12/12 im Vergleich

Die erste Zahl steht für die Stunden mit Licht, die zweite für die Dunkelstunden innerhalb eines Tages. Welcher Plan sinnvoll ist, hängt von deinem Setup ab – nicht von einer pauschalen Ertragsrangliste.
| Lichtzyklus | Licht und Dunkelheit | Wann er sinnvoll sein kann | Wichtigster Kompromiss |
|---|---|---|---|
| 18/6 | 18 h Licht / 6 h dunkel | Einfacher Ausgangspunkt für viele Indoor-Setups | Bei gleicher PPFD weniger Tageslicht als 20/4 |
| 20/4 | 20 h Licht / 4 h dunkel | Wenn mehr tägliches Licht nutzbar ist und das Klima passt | Etwas mehr Stromverbrauch und Lampenwärme |
| 24/0 | 24 h Licht / 0 h dunkel | Spezielle Setups mit guter Klima- und Lichtkontrolle | Höchster Strombedarf bei gleicher Lampenleistung |
| 12/12 | 12 h Licht / 12 h dunkel | Zum Beispiel bei gemeinsamem Anbau mit photoperiodischen Pflanzen in der Blüte | Deutlich weniger Tageslicht bei gleicher PPFD |
18/6: Viel Licht mit eingeplanter Dunkelphase
Bei 18/6 läuft die Beleuchtung 18 Stunden am Tag. Die sechs Stunden ohne Kunstlicht senken den Stromverbrauch und reduzieren die Lampenwärme für einen Teil des Tages. Das ist besonders praktisch, wenn du dein Klima nicht vollständig automatisiert steuerst oder einen unkomplizierten Zeitplan suchst.
Die Dunkelphase ist bei Autoflowers keine Voraussetzung für die Blüteeinleitung. 18/6 ist deshalb vor allem ein sinnvoller Kompromiss – keine Pflicht und keine Garantie für ein bestimmtes Ergebnis.
20/4: Zwei zusätzliche Stunden Licht
Unter 20/4 bleibt die Lampe täglich zwei Stunden länger an. Bei unveränderter PPFD sind das rund 11 % mehr Licht pro Tag als bei 18/6. Wenn die bisherige tägliche Lichtmenge begrenzt war, kann das eine sinnvolle Option sein.
Die zusätzlichen Lichtstunden steigern den Ertrag jedoch nicht automatisch um 11 %. Ob sie helfen, hängt davon ab, ob die Pflanze das zusätzliche Licht nutzen kann und ob Temperatur, Wasser- und Nährstoffversorgung dazu passen. Auch die Stromkosten steigen.
24/0: Dauerlicht ohne garantierten Mehrertrag
Bei 24/0 bleibt die Lampe durchgehend eingeschaltet. Echte Autoflowers können auch unter Dauerlicht blühen, da sie keinen täglichen 12/12-Reiz benötigen. Trotzdem ist 24/0 nicht automatisch die beste Wahl: Bei unveränderter Lampenleistung steigen sowohl die tägliche Lichtmenge als auch der Strombedarf und die Wärmeeinträge.
Ein universeller Ertragsvorteil gegenüber 18/6 oder 20/4 ist damit nicht belegt. Wenn dein Setup bereits viel Licht liefert, ist eine längere Beleuchtung unter Umständen eher eine Kostenfrage als ein echter Vorteil.
12/12: Möglich, aber meist ein Kompromiss
Auch unter 12/12 können Autoflowers wachsen und blühen. Der Plan kann sich anbieten, wenn sie denselben Raum wie photoperiodische Pflanzen während deren Blüte nutzen.
Bei gleicher PPFD erhalten sie dabei nur zwei Drittel der täglichen Lichtmenge eines 18/6-Zyklus. Das kann die Entwicklung begrenzen. Für einen reinen Autoflower-Indoor-Anbau ist 12/12 deshalb meist nicht die erste Wahl.
PPFD und DLI: Die Lichtmenge ist entscheidender als die Stundenzahl

Bei der Beleuchtung helfen dir zwei Messgrößen:
- PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density) beschreibt, wie viele für die Photosynthese nutzbare Lichtteilchen pro Sekunde auf einen Quadratmeter treffen. Die Einheit lautet µmol/m²/s.
- DLI (Daily Light Integral) ist die gesamte Menge dieses Lichts pro Quadratmeter und Tag. Die Einheit lautet mol/m²/Tag.
Bei gleichbleibender PPFD gilt: DLI = PPFD × Lichtstunden × 0,0036. Die Berechnung wird im DLI-Leitfaden der Virginia Tech Extension erläutert.
Rechenbeispiel: Liegt die PPFD konstant bei 500 µmol/m²/s, ergeben sich folgende Werte:
| Lichtzyklus | PPFD | Berechneter DLI |
|---|---|---|
| 18/6 | 500 µmol/m²/s | 32,4 mol/m²/Tag |
| 20/4 | 500 µmol/m²/s | 36,0 mol/m²/Tag |
| 24/0 | 500 µmol/m²/s | 43,2 mol/m²/Tag |
Ein wichtiger Unterschied: Mehr Lichtstunden müssen nicht mehr DLI bedeuten, wenn du gleichzeitig dimmst. Beispielsweise liefern 18 Stunden bei 500 µmol/m²/s und 20 Stunden bei 450 µmol/m²/s rechnerisch denselben DLI von 32,4 mol/m²/Tag. Auch 24 Stunden bei 375 µmol/m²/s ergeben rechnerisch denselben Tageswert. Deshalb lassen sich Lichtpläne nur sinnvoll vergleichen, wenn du die Intensität mitberücksichtigst.
Die genannten PPFD- und DLI-Werte sind Rechenbeispiele, keine pauschalen Zielwerte für jede Autoflower und jede Entwicklungsphase. In einem echten Grow können sich Intensität und Verteilung über das Blätterdach verändern. Eine Studie über die Wirkung verschiedener Lichtintensitäten auf Cannabisertrag und Photosynthese zeigt die Bedeutung der Beleuchtungsstärke, untersuchte aber photoperiodische Pflanzen unter einem 12/12-Blütezyklus. Sie beweist daher nicht, welcher Autoflower-Lichtplan den höchsten Ertrag bringt.
Wie viel Strom kosten 18/6, 20/4 und 24/0?

Für die Stromkosten zählen die tatsächliche Leistungsaufnahme der Lampe und die Betriebsdauer. Angenommen, deine LED zieht konstant 200 Watt aus der Steckdose:
| Lichtzyklus | Verbrauch pro Tag | Verbrauch in 30 Tagen |
|---|---|---|
| 12/12 | 2,4 kWh | 72 kWh |
| 18/6 | 3,6 kWh | 108 kWh |
| 20/4 | 4,0 kWh | 120 kWh |
| 24/0 | 4,8 kWh | 144 kWh |
Von 18/6 auf 20/4 entstehen in diesem Beispiel 12 kWh Mehrverbrauch in 30 Tagen; bei 24/0 sind es gegenüber 18/6 36 kWh mehr. Multipliziere den Verbrauch mit deinem eigenen Strompreis pro kWh. Zusätzliche Geräte wie Abluft und Klimatisierung sind nicht eingerechnet.
Wenn du beim Wechsel zu einem längeren Lichtzyklus die Lampe dimmst, verändert sich der tatsächliche Stromverbrauch. Ein Vergleich ist dann nur mit der realen Leistungsaufnahme aussagekräftig – nicht mit der maximalen Wattzahl auf dem Karton.
Muss der Autoflower Lichtzyklus zwischen Wachstum und Blüte wechseln?
Nein. Bei echten Autoflowers ist kein Wechsel auf 12/12 nötig, um die Blüte einzuleiten. Wichtiger ist, dass die Lichtintensität zur Größe und zum Zustand der Pflanze passt.
In der Sämlingsphase
Junge Pflanzen vertragen nicht automatisch dieselbe Intensität wie ausgewachsene Pflanzen. Starte mit einer moderaten Einstellung und orientiere dich an der PPFD-Karte und den Angaben deiner Lampe. Ein fester Lampenabstand für alle LED-Modelle wäre irreführend, weil sich deren Lichtverteilung stark unterscheidet.
Während Wachstum und Blüte
Mit zunehmender Pflanzenhöhe verändert sich die Ausleuchtung. Prüfe den Abstand zum Blätterdach und ob auch die seitlichen Bereiche ausreichend Licht erhalten. Du kannst den gewählten Lichtplan grundsätzlich beibehalten; der Blütebeginn allein erfordert keine neue Zeitschaltung.
Aufgehellte Triebspitzen, eingerollte Blattränder oder auffällige Blattveränderungen können mehrere Ursachen haben – darunter Licht- und Hitzestress. Wenn du diese Symptome einordnen möchtest, hilft dir unser Guide zu Cannabis-Lichtstress.
Welcher Lichtplan passt zu deinem Indoor-Setup?
- Einfach und kostenbewusst: 18/6 ist ein vernünftiger Ausgangspunkt. Achte neben den Stunden auf eine gleichmäßige Ausleuchtung.
- Du möchtest mehr tägliches Licht anbieten: 20/4 kann passen, wenn das Klima stabil bleibt und die zusätzliche Lichtmenge tatsächlich sinnvoll ist.
- Du denkst über Dauerlicht nach: Prüfe PPFD, DLI, Wärme und Stromkosten, bevor du 24/0 wählst.
- Der Raum wird tagsüber zu warm: Lege die Dunkelphase möglichst in die heißesten Tagesstunden, statt reflexartig die tägliche Beleuchtung stark zu verkürzen.
Ändere möglichst nicht gleichzeitig Beleuchtungsdauer, Dimmung und Lampenabstand. Sonst lässt sich schwer beurteilen, welche Änderung tatsächlich einen Unterschied macht.
Häufige Fragen zum Autoflower Lichtzyklus
Brauchen Autoflowers eine Dunkelphase?
Für die Blüteeinleitung nicht zwingend. Autoflowers können auch unter Dauerlicht blühen. Eine Dunkelphase kann trotzdem praktisch sein, um Stromkosten und Lampenwärme zu reduzieren.
Ist der 6/2-Lichtzyklus eine Alternative zu 18/6?
Bei 6/2 folgen auf sechs Stunden Licht zwei Stunden Dunkelheit; das wiederholt sich dreimal täglich. Insgesamt sind es wie bei 18/6 ebenfalls 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit. Ein allgemeiner Ertragsvorteil durch die Aufteilung ist nicht überzeugend belegt.
Können Autoflowers und photoperiodische Pflanzen denselben Lichtplan nutzen?
Ja, mit Einschränkungen. Im photoperiodischen Blüteraum erhalten Autoflowers ebenfalls nur zwölf Stunden Licht täglich. Sie blühen weiterhin ohne 12/12-Auslöser, bekommen bei unveränderter PPFD jedoch weniger tägliches Licht als bei 18/6.
Den Lichtzyklus nach DLI, Klima und Kosten auswählen
18/6 ist für viele Autoflowers ein unkomplizierter Start. 20/4 bietet bei gleicher Intensität mehr Tageslicht, während 24/0 zusätzliche Anforderungen an Stromverbrauch und Klima stellt. Entscheidend ist nicht die längste Beleuchtungszeit, sondern ob die Lichtmenge zu deinem Setup passt.
Wenn du dich vorab mit den unterschiedlichen Genetiken beschäftigen möchtest, findest du in unserer Übersicht der Autoflowering Cannabissamen die passende Kategorie.